Abruzzen und Wölfe

E. Paola Crugnale

E. Paola Crugnale

Die Meisten von uns waren schon einmal in Italien aber die Wenigsten davon waren wohl in den schönen Abruzzen.
Die Abruzzen zählen zu den schönsten Regionen Italiens – unberührte Natur, schöne Strände, atemberaubende
Berglandschaften, jahrhunderte alte Kultur und Geschichte. Nicht zu vergessen ist natürlich auch die sehr leckere Küche.

Geographisch grenzen die Abruzzen an die Region Marche, Latium und Molise an. Im Osten grenzt es direkt an die Adriaküste mit einem 150 km langen Küstenstreifen an. Offiziell zählen die Abruzzen zu den Regionen Süditaliens, da sie bis ins 19. Jahrhundert dem Königreich Sizilien angehörten.

Die Hauptstadt der Abruzzen ist L´Aquila, welches im April 2009 leider aufgrund des schweren Erdbebens durch die Medienwelt ging.

Landschaftliche findet sich in den Abruzzen alles was das Herz begehrt: Für Wanderer und Ski- Liebhaber gibt es das Gebirge, für sonnenhungrige Badenixen die Küste sowie die Hügellandschaften.
Von allen Regionen Italiens besitzen die Abruzzen das größte Naturschutzgebiet und höchste Ausprägung des Apenningebirges.
Zudem gibt es drei große Nationalparks – zum Einen den Abruzzesischen Nationalpark im Süden der Region, dann den Nationalpark Gran Sasso sowie den Nationalpark Maiella.

E. Paola Crugnale

In diesen Naturparks gibt es die unterschiedlichsten Pflanzenarten, die Botanikerherzen garantiert höher schlagen lassen.
Auch die Tierwelt ist artenreich; in unsere Region lebt der Apenninwolf sowie auch der Braunbär. Heimisch sind auch Gemse, der Wanderfalke, Königsadler sowie auch der Fischotter.

Zum Apenninwolf selbst habe ich eine kleine Anekdote:
Als ich noch klein war, kamen wir eines Abends nach einen Restaurantbesuch sehr spät nach Hause. Als unser Auto in die Schotterstrasse einbog- die damals noch ungeteert und unbeleuchtet war – sahen wir im Scheinwerferlicht direkt vor unseren Tor drei riesige, graue Tiere. Sie sahen wunderschön aus mit großen Pfoten.
Ich schrie: “Schaut mal die Hunde.” Meine Eltern jedoch waren total irritiert, weil es nun keine Hunde sondern drei Wölfe waren! Den Wolf kannte ich bis dato nur von Rotkäppchen. Mein Papa sagte sowas wie: “Porca Madonna, das sind Wölfe.”

Als Kind war ich total aus dem Häuschen, weil ich merkte, dass es eine wundersame Begegnung war. Ich kante niemanden, der einen Wolf direkt vor seiner Haustür gesehen hatte.
Damals stand unser Haus so ziemlich alleine da, direkt vor dem Berghang. Es gab zu der Zeit keine Strassenlaternen auf dem Schotterweg vor dem Haus. Somit war die Gegend Nachts immer ziemlich einsam und auch etwas gruselig.
Ich denke, dass die Wölfe einfach Hunger hatten – denn es war Winter und sie hatten sich soweit ins Tal heruntergewagt. Auf jedenfall standen sie sehr majestätisch und bewegungslos vor unserem Haustor und starrten auf die Scheinwerfer und unser Auto. Wir starrten hypnotisiert zurück. Irgendwann hupte mein Vater, um die Wölfe zu verscheuchen. Erschrocken drehten die Wölfe ab und verschwanden im Dunkeln der Berghänge.
Das war mein erste und letzte Begegnung mit einem Wolf.

Ein Gedanke zu “Abruzzen und Wölfe

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